„Ich bin ein Arbeitstier, aber ich brauche auch mein Zuckerle“

Ohne die Neugier, den Eifer, die Flexibilität und die Kompetenz der freien Mitarbeiter wären Unternehmensmedien kaum denkbar. Das Gütesiegel erhalten Freelancer aber vor allem für ihre Kompetenz an der Schnittstelle zwischen Medium und Marke. cpwissenFACTS forscht nach Namen und Talenten.


Wie lange schreiben Sie schon für Unternehmensmedien?

Seit sechs Jahren. Das reicht von Kundenzeitschriften über klassische Pressearbeit, Ghost Writing, Websites, Imagebroschüren, Produktprospekte bis hin zu Advertorials, Mitarbeiterzeitungen und journalistische Arbeiten. Immer sind mir dabei langfristige Strategien wichtig.


Worüber schreiben Sie am liebsten?

Mich interessieren Marken und Menschen, die diese machen. Wo und wie entsteht Neues? Welche Leidenschaften, Träume, Motive und Erfahrungen stecken dahinter? Menschliche Leistungen und Lebensgeschichten machen mich neugierig. Je komplizierter der Sachverhalt, desto lieber gewinne ich ihn. Wie funktioniert eine Wasserstofftankstelle? Wie wird eine Salami hergestellt? Lernen macht mir Spaß und mitteilen ebenso.


Welche Auftraggeber sind Ihnen die liebsten?

Kunden, deren Probleme ich lösen kann und die diese Arbeit schätzen, sind ein Gewinn für beide Seiten.


Ihr bevorzugter Arbeitsplatz?

Die Symbiose aus Konzentration und Kommunikation mit Kollegen für eine positive Reibung.


Von den Journalisten werden immer mehr Fähigkeiten verlangt – sie sollen Fotografie und Sprache ebenso beherrschen wie irgendeine Layout-Software. Was haben Sie als Sonderzugabe zu bieten?

Gesunden Menschenverstand, ästhetische Kultur, Neugier, Leidenschaft und ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Tools kann jeder jederzeit lernen, wie die Fahrerlaubnis.


Wann ist für Sie im Job die Toleranzgrenze erreicht?

Ich bin ein Arbeitstier, aber ich brauche auch meine Zuckerle.


Was machen Sie am liebsten, wenn Sie keine Beiträge schreiben?

Mein Seelenleben in Worte gießen. Den Mord habe ich schon im Kopf, jetzt muss ich mich nur noch hinsetzen und anfangen...


Haben Sie schon in Redaktionen gearbeitet?

Als Volontärin und Redakteurin beim Schwarzwälder Boten, als Journalistikstudentin bei der dpa und bei IBM in der Mitarbeiterkommunikation, als Konzeptionerin in einer Design-Markenagentur, als Entwicklerin und Redakteurin bei Kircher Burkhardt.


Unter welchen Umständen würde Ihnen Ihr Job noch mehr Spaß machen?

Er ist mein Traumjob.


Eine Story, die Sie besonders gern geschrieben haben?

Jede ist ein Kind von mir.


Eine journalistische Darstellungsform, die Ihnen besonders liegt?

Reportagen – das Leben eben.


Sprachen, die Sie fließend sprechen?

Englisch, ich habe viele Jahre in den USA gelebt, als Kind mit der Familie und als Studentin.


Unternehmen, für die Sie schon geschrieben haben?

Mir fallen ein: IBM, Deutsche Bahn, Bosch, Thalia, Fraport, Walter Knoll, Astec, Carpet Concept, Total, Degewo, Kraft, Beiersdorf, Carl Stahl – Marktführer, Premiummarken und hidden Champions.


Was qualifiziert Sie als Corporate Publishing Profi?

Neugier, Empathie, Erfahrung mit Marken und Medien, Schreibleidenschaft und eine große Sympathie für Leser. Der Reiz liegt in der doppelten Verantwortung als Dienstleister für den Kunden und als Anwalt für den Leser.


Das Interview ist erschienen in cpwissenFACTS, Ausgabe 1/2008, Seite 63

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